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Ausländer müssen UBS intime Steuerdaten geben

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Die UBS hat mit Schreiben im Februar Hunderttausende von Offshore-Kunden aufgefordert, bis zum 31. August ihre Steuer-Identifikations-Nummer zu melden. Damit setzt die Nummer 1 der Schweiz den automatischen Informationsaustausch (AIA) mit horrendem Tempo um. „Automatic Exchange of Information – please act now“, fordert die UBS ihre Reichen in der EU und in weiteren Ländern auf, bei denen der AIA bereits ab diesem Jahr gilt. So, wie es die Schweiz mit dem Ausland vereinbart hat. Den betroffenen Kunden sagt die Grossbank, dass sie die Steuer-Identifikations-Nummer benötige, um sicherzustellen, dass die an den Ausland-Steuervogt geschickten Daten „accurate and up to date“ seien. Die UBS geht damit auf dem Finanzplatz voraus. Alle anderen Banken werden mit ähnlichen

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Die UBS hat mit Schreiben im Februar Hunderttausende von Offshore-Kunden aufgefordert, bis zum 31. August ihre Steuer-Identifikations-Nummer zu melden.

Damit setzt die Nummer 1 der Schweiz den automatischen Informationsaustausch (AIA) mit horrendem Tempo um.

„Automatic Exchange of Information – please act now“, fordert die UBS ihre Reichen in der EU und in weiteren Ländern auf, bei denen der AIA bereits ab diesem Jahr gilt. So, wie es die Schweiz mit dem Ausland vereinbart hat.

Den betroffenen Kunden sagt die Grossbank, dass sie die Steuer-Identifikations-Nummer benötige, um sicherzustellen, dass die an den Ausland-Steuervogt geschickten Daten „accurate and up to date“ seien.

Die UBS geht damit auf dem Finanzplatz voraus. Alle anderen Banken werden mit ähnlichen Schreiben folgen, gestützt auf Empfehlungen der Bankiervereinigung als Branchenlobby.

Der Finanzmulti stellt sich als treuer Freund und Helfer dar. Solange der Kunde brav mitspielt.

Ansonsten zieht die Bank andere Saiten auf. Jene des Steuer-Polizisten.

„(…) if you do not return the document, we will report using the tax residence information in our records as of 31 December 2017“, hält sie in ihrem Brief fest, der an Kunden fast aller EU-Länder gegangen ist.

Es gibt kein Entrinnen: Gemeldet wird so oder so. Wer nicht spurt, muss befürchten, beim Fiskus in seiner Heimat als verdächtig dazustehen.

Neben dem zweiseitigen Schreiben für die Meldung der Steuer-Nummer erhalten die vermögenden Ausland-Kunden vom UBS Wealth Management auch 4 Seiten Zusatzangaben.

„Information for individual clients with a banking relationship in Switzerland“, steht da unter dem Titel „Automatic Exchange of Information“.

Ausländer müssen UBS intime Steuerdaten geben

Es handelt sich um eine säuberliche Auflistung von Rechten und Pflichten – mit fast durchs Band Bad news für die Kunden.

„Im Prinzip“ seien die Daten, welche von der UBS via die eidgenössische Steuerverwaltung im jeweiligen Wohnland des Kunden landen würden, nur für den dortigen Fiskus.

Dem sei es „verboten“, diese Informationen an andere Behörden weiterzureichen. Auch müssten die Steuerbehörden diese Daten „vertraulich“ behandeln.

Doch die UBS macht mit den gewählten Wörtern klar, dass all das nicht in ihrer Gewalt stünde. Sie liefert die Daten über Bern nach Berlin, Rom, Paris. Danach wäscht sie ihre Hände in Unschuld.

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Lukas Haessig
Im Frühling 2006 machte ich mich als freischaffender Wirtschaftsjournalist mit Sitz in Zürich selbständig. Für den Zürcher Tages-Anzeiger und die Schweizer Handelszeitung schreibe ich regelmässig Artikel, zudem arbeite ich als Wirtschaftsexperte für Radio 1. Im November 2011 startete ich die Internet-Finanzzeitung Inside Paradeplatz.