Tuesday , March 21 2017
Home / Die Zürcherin / Sich um den eigenen Kram kümmern und mit gutem Beispiel vorangehen – das ist eine vernünftige Außenpolitik

Sich um den eigenen Kram kümmern und mit gutem Beispiel vorangehen – das ist eine vernünftige Außenpolitik

Summary:
Von Patrick Barron (Ludwig von Mises Institut Deutschland) – Um des weltweiten Friedens und Wohlstands Willen sollten die USA eine echte Führungsrolle übernehmen, indem sie der Welt beweisen, dass freier Handel und Nicht-Interventionen ausreichen. Mit anderen Worten: Alle Nationen sollten sich um ihren eigenen Kram kümmern und mit gutem Beispiel vorangehen. So wie Laissez Faire Politik innerhalb der Grenzen einer Nation funktioniert, wird durch freie Kooperation zwischen Individuen unterschiedlicher Nationen rasch enthüllt werden, welche Politik gut funktioniert und welche nicht. Es ist

Topics:
Zürcherin considers the following as important:

This could be interesting, too:

Zürcherin writes US-Bundesstaat Arizona prüft, Gold und Silber als Geld zuzulassen

Zürcherin writes Gold & Silber: Lügen der Finanzindustrie. Goldman Sachs, Deutsche Bank, George Soros u. a.!

Zürcherin writes Bitcoin vs. Europäische Zentralbank

Zürcherin writes Veranstaltungsbericht: Bitcoin-Meetup in Zürich mit Jonas Schnelli und Matt Corallo

Sich um den eigenen Kram kümmern und mit gutem Beispiel vorangehen – das ist eine vernünftige Außenpolitik

Von Patrick Barron (Ludwig von Mises Institut Deutschland) – Um des weltweiten Friedens und Wohlstands Willen sollten die USA eine echte Führungsrolle übernehmen, indem sie der Welt beweisen, dass freier Handel und Nicht-Interventionen ausreichen. Mit anderen Worten: Alle Nationen sollten sich um ihren eigenen Kram kümmern und mit gutem Beispiel vorangehen. So wie Laissez Faire Politik innerhalb der Grenzen einer Nation funktioniert, wird durch freie Kooperation zwischen Individuen unterschiedlicher Nationen rasch enthüllt werden, welche Politik gut funktioniert und welche nicht. Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass eine Nation nichts innerhalb ihrer Grenzen unternehmen kann, um andere Nationen dazu zu zwingen, ihre Wirtschaft zu subventionieren. Alle Subventionen, Währungsmanipulationen, etc. sind selbstzerstörerisch. Deshalb sollten die USA die folgenden Maßnahmen ergreifen, um Staatseingriffe mit friedlichem, kooperativem Handel zwischen ihren Bürgern und den Bürgern anderer Nationen zu ersetzen.

1. Erkläre unilateralen Freihandel

Sämtliche Restriktionen von Importen und Exporten sollten komplett abgeschafft werden. In Handelsangelegenheiten, sollte der Rest der Welt wie ein Bestandteil des eigenen Landes betrachtet werden, z.B. sollte die Freiheit bestehen, alle legalen Produkte weltweit kaufen und verkaufen zu können. Es ist ein merkantilistischer Trugschluss, dass eine Nation Wohlstand erlangt, indem sie mehr verkauft, als sie importiert und dabei mehr Gold oder Geld akkumuliert. Das Gegenteil ist der Fall: Merkantilistische Nationen verbieten es ihren Bürgern, selber Wohlstand zu akkumulieren. Sie erlauben es ihren Bürgern nicht, die Arbeit ihrer Früchte gegen die meisten Güter und Leistungen auszutauschen. Stattdessen wird ihnen ein höherer Lebensstandard verwehrt, da sie teurere oder weniger qualitätsvolle Produkte aus heimischer Produktion erwerben müssen. Falls das Gegenteil der Fall wäre, also dass eine Nation alles, was sie braucht, zum geringsten Weltmarktpreis produziert, bräuchte es auch keine Handelsschranken, da sonst niemand teurere oder minderwertigere ausländische Güter kaufen würde. Natürlich ist das aktuell nicht der Fall.

Die Arbeitsteilung ist ein natürlicher, vorteilhafter Prozess, der keine nationalen oder politischen Grenzen kennt. Falls Hawaii kein Staat der USA, sondern ein souveräner Staat mit einem eigenen politischen System wäre, wären US-Amerikaner dann bessergestellt, wenn sie auf hawaiianische Ananas verzichten und stattdessen ihre eigenen Ananas pflanzen und zu einem höherem Preis verkaufen würden? Natürlich nicht! Freier Handel ermöglicht die effizienteste Verteilung des weltweiten Kapitals, um damit die meisten Güter und Leistungen für alle diejenigen zu produzieren, die daran teilnehmen.

2. Beeinflusse keine ausländische Regierung, um die Produkte der eigenen Bürger zu exportieren

Eine Nation, die Importe verbietet, schadet ihren eigenen Bürgern. Ihnen muss es auch erlaubt sein, den Fehler ihrer eigenen Regierung zu korrigieren. Eine Nation, die ihren Bürgern das Recht verwehrt, Güter zu importieren, sie gleichzeitig aber dazu auffordert, Güter ins Ausland zu exportieren (und vielleicht auch noch Subventionen dafür bezahlt), verfolgt eine unlogische und nicht nachhaltige Politik. Das ist vergleichbar mit dem Verkauf der eigenen Waren, ohne jemals die Forderungen einzulösen. Devisenreserven sammeln sich dann zwar in der Zentralbank der protektionistischen Nation an, aber zu welchem Zweck? Falls die Regierung die eigenen Staatsschulden aufzukaufen beginnt, wird der Trugschluss nur noch offensichtlicher. Sie verbietet zwar ihren Bürgern gewisse Güter und Leistungen zu erwerben, wenn sie aber selbst ihre eigenen Schulden bezahlt und mit diesen Schulden die Staatsausgaben finanziert werden, z.B. Infrastruktur, Verteidigung, etc., tut sie das mit den Früchten der Arbeit ihrer Bürger. Nichts könnte unlogischer sein und diese Politik wird früher oder später abgeschafft werden oder diese Nation wird wirtschaftlichen Schiffbruch erleiden.

3. Verhindere nicht, dass die eigenen Bürger subventionierte oder so genannte Dumping-Produkte kaufen

Diese häufig angewandte Politik ist eine Konsequenz des Merkantilismus. Nation A verhindert den Verkauf von Produkten, da sie behauptet, diese seien von Nation B subventioniert worden. Der Streit zwischen den USA und Kanada wegen Weichhölzern ist ein gutes Beispiel. Die wechselwirksamen Zölle, die aufgrund dieses Streits verhängt wurden, reduzierten den Lebensstandard der US-Bürger, da sie höhere Preise für Weichhölzer bezahlen mussten. Die offensichtlichen Konsequenzen waren höhere Preise für US-amerikanische Weichholzproduzenten, die jedoch unsichtbar von den Mitbürgern getragen werden mussten. Dank des Zolls leidet der US-Konsument und Kapital ist in weniger effizienten Produktionen gebunden. Falls die Kanadier dumm genug wären, ihren Export zu subventionieren, wären aber die US-Amerikaner die Profiteure, da Kanadier dafür bezahlen, dass US-Amerikaner billiger Weichholz kaufen können.

4. Subventioniere nie den Verkauf eines Gutes, in welcher Form auch immer, egal ob in- oder ausländisch

Die Kehrseite zu Nummer 3 ist, dass eine Nation niemals den Export subventionieren sollte. Alle Bürger der exportierenden Nation tragen die Kosten und die Bürger, die importieren, werden belohnt. Was wäre noch unlogischer?

5. Alle Handelsverträge auflösen, alle Handelskammern schließen und ihr Personal entlassen

Freier Handel ist inkompatibel mit verwaltetem Handel. Jedes Handelsabkommen ist verwalteter Handel. Wenn der Handel nicht verwaltet werden soll, warum dann ein Abkommen schließen? Es gibt nichts zu verwalten, aber wenn der Punkt des Abkommens ist, eine Nation dazu zu bewegen, seine Grenzen für die Produkte einer anderen Nation zu öffnen und vice versa, dann betreiben beide Nationen nach wie vor eine unlogische, selbstzerstörerische und merkantilistische Handelspolitik.

6. Mische dich nicht in irgendeiner Art in die internen Angelegenheiten eines Landes ein

Falls die eigenen Bürger die Politik einer ausländischen Regierung verabscheuen, können sie privat die Produkte dieses Landes boykottieren und es ablehnen, nicht in die Wirtschaft dieses Land zu investieren. Das ist das internationale Äquivalent zum Boykott eines lokalen Händlers (Ein gutes Beispiel dafür, ist der Boykott, welcher von Cesar Chavez organisiert wurde.). Ein gutes internationales Beispiel ist die Schließung der meisten Citgo Tankestellen. Citgo gehörte Venezuela und Amerikaner verabscheuten die venezolanische Politik. Keine US-Regierungspolitik war notwendig, damit die US-Bürger ihre Abscheu Ausdruck verleihen konnten. Die Tatsache, dass die venezolanische Regierung ihre Politik nicht geändert hat, ist kein Anlass für die US-Regierung, einzugreifen. US-Amerikaner können sich einfach ausdrücken, indem sie aufhören, Venezuela zu unterstützen und nicht mehr sein berühmtestes Produkt kaufen – Öl.

7. Setze nicht das Militär ein, außer zur Selbstverteidigung

Keine Nation hat das Recht in die inneren Angelegenheiten eines Staates einzugreifen, schon gar nicht militärisch. Das ist das Nicht-Aggressionsprinzip, angewandt auf das Verhalten von Nationen. Falls keine Nation in die Geschicke einer anderen Nation eingreift und keine andere Nation das Territorium einer anderen Nation angreift, würde Krieg zwischen Nationen aufhören. Es gibt hierbei viele Wermutstropfen, z.B. ein Genozid, aber Nationen müssen aufpassen, hinsichtlich Interventionen nicht auf einen gefährlichen Weg zu geraten, gerade wenn es sich um so genannte Sonderfälle handelt.

8. Trete keinen unbeschränkten und/oder schlecht definierten Sicherheitsabkommen bei

So wie eine Nation von sich aus nicht militärisch in die Angelegenheiten anderer Nationen eingreifen sollte, genauso sollte sie sich nicht im Rahmen eines kollektiven Sicherheitsabkommens legal binden, dies zu tun. Dies wäre eine „Second Hand“ Intervention, wobei die Nation selbst nicht angegriffen wurde, sie aber doch so agiert, als wäre dies geschehen. Kollektive Sicherheitsabkommen sollten sehr vorsichtig formuliert sein. Eine pauschale Beistandsverpflichtung reduziert den Anreiz von Verbündeten, Dispute friedlich zu lösen. In kaum einem Streit ist eine Seite völlig unschuldig und die andere Seite ist vollkommen schuldig. In den wenigsten Konflikten gibt es nur zwei Alternativen. Darüber hinaus können sich kollektive Sicherheitsabkommen als Bumerang erweisen, indem die Sicherheit der derzeitigen Mitglieder zu Gunsten von neuen Mitgliedern mit schwelenden Konflikten reduziert wird. Kollektive Sicherheitsabkommen leiden unter den gleichen nachteiligen Konsequenzen wie andere sozialistische Programme.

Fazit

Die meisten Probleme, die US-Amerikaner heutzutage plagen, sind auf die Hybris ihrer Regierung zurückzuführen. Regierungsapostel glauben, dass die Wirtschaft verbessert werden kann, indem man in den freien Markt eingreift. Vernünftige Wirtschaftsgeschichte zeigt uns jedoch, dass Regierungsinterventionen sowohl unnötig wie auch destruktiv sind. Sie reduzieren Marktransaktionen, von denen beide Parteien profitieren würden. Darüber hinaus wird Kapital in nicht nachhaltige Investitionen umgeleitet, was in einer Abnahme des Kapitalstocks resultiert. Laissez Faire ist die einzige vernünftige Politik, die überbleibt.

International betrachtet sollten Regierungen der Maxime „Kümmere dich um deinen eigenen Kram und geh mit gutem Beispiel voran“ folgen. Interventionen in die Angelegenheiten von anderen sollten vermieden werden und das damit gesetzte Beispiel sollte für sich selbst sprechen. Beim Handel sollte der Trugschluss des Merkantilismus vermieden werden. Kollektive Sicherheitsabkommen sollten ebenfalls vermieden werden und stattdessen sollte man dem Nicht-Aggressions Prinzip Folge leisten.

_

Dieser Artikel erschien auf Deutsch zuerst auf der Webseite des Ludwig von Mises Institut Deutschland.

Aus dem Englischen übersetzt von Mathias Nuding.

0 0